Festival

III. FESTIVAL

Bei „Wunder der Prärie“ verbindet sich der ‘temporäre Ausnahmezustand’ Festival ja auch mit Kontinuität; seit zehn Jahren realisieren Zeitraumexit ja schon das Format. Ein Festival scheint also nur als wiederholte Unterbrechung so richtig inhaltliche Wirkung aufzubauen. Festivals als reine Events und Spektakel können einmalig sein, aber die meisten, die einem so bekannt sind, werden doch regelmäßig veranstaltet. Das hat wohl mit inhaltlicher Nachhaltigkeit zu tun – und vielleicht auch damit, dass in einer kurzen Zeit viel Geld verdient (aber auch ausgegeben) werden kann.
Inhaltlich fallen mir die Devisen “möglichst viele Facetten einer Fragestellung in einem für den Standort maßgeschneiderten Programm,” und “gesellschaftlich relevante Kunst” in dem einen Pressetext ins Auge. Es gibt schon inhaltlich ausgerichtete Festivals und solche, die sich diese Mühe weniger machen…

Wie beeinflusst die von vornherein gegebene zeitliche Rahmung eines Festivals dessen Wahrnehmung (ebenfalls nur als etwas Kurzzeitiges, Flüchtiges – evtl. anders als bei wiederholten Produktionen an festen Häusern)? Liegt die Qualität einer Festivalstruktur nicht gerade in der Ballung?

das format festival:
– entwickeln wir uns weiter?- kommunizieren wir hier miteinder?
– entsteht hier ein wir?
– können wir das nach außen tragen oder bleibt es eine schöne, hermetisch abgeschlossene kunstwelt, in der wir uns alle selbst ein bisschen feiern?

Wie vielfältig sind eigentlich unsere ‘utopischen’ Vorstellungen und Träume, bzw. wie vielfältig sind diese auf einem Festival, wo mehr oder minder alle Besucher aus einem ähnlichen Kontext (kulturinteressiert, Bildungsschicht, etc. irgendwie links und ‘n bisschen liberal) kommen?

Inwieweit beschäftigt sich das Festival während es läuft (also funktioniert) mit seinem Danach?
Was passiert nach Ablauf mit entstandenen Überbleibseln (Bsp. Panzer)?

– was für Arten von Gesprächen + treffen von Zuschauenden und Kunstschaffenden finden da statt?

– Wird Veränderung, werden Träume auch in Bezug auf die Arbeitssituation der Kunstschaffenden gedacht?

–  Welche thematischen Gemeinsamkeiten gibt es bei den einzelnen Produktionen? Was sind die wichtigsten aktuellen Themen? Was beschäftigt uns?

“Ungezügelte, anarchische, absurde, fragwürdige und sehnsüchtige künstlerische Entwürfe aus allen Genres suchen die Veranstalter des Festivals mit ihrer Ausschreibung.”:
– nach welchen kriterien wird entschieden, welche kunstschaffenden diesen, von den festivalveranstaltenden formulierten anspruch erfüllen?
– warum wird das überhaupt von einzelnen personen entschieden, was ungezügelt oder anarchistisch  genug ist? – ist das nicht ein widerspruch in sich?
– ist das dann nicht  ‘anarchie als netter dekoartikel’?
– wie soll ich denn als kunstschaffende überhaupt noch laut träumen können, wenn mir das schon vorgegeben, es zur ‘pflichtveranstaltung’ wird?
– man könnte fast den eindruck gewinnen, es herrscht gerade ein kleiner ‘revolutionszwang für junge kuntschaffende’ – wer nicht fragwürdig und ungezügelt genug ist, kann auch nicht mitmachen? [gilt das auch für das Publikum???]

– wie soll kunst absurd sein, wenn alle den auftrag haben, absurd zu sein?

inwiefern kann auf dem festival gemeinsam “geträumt” werden?
(Fragen zum / an das Festival à la ‘Motto als Marketingstrategie’ bzw. wer entscheidet darüber, was anarchistisch genug ist, finde ich auch supidupi.

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