panzer meiner aufmerksamkeit, 19.09

ein geruch von schokolade liegt über dem platz. sehr bissfeste luft. „eigentlich bin ich ziemlich glücklich“ murmelt friedafritz neben mir. der himmel über uns ist unbeständig. die menschen wirken verstreut auf der leeren fläche. ein panzer wird aufgebaut. in trauben stehen und wuseln offenbar-beteiligte darum herum. ich sitze auf einer bank. in sicherer entfernung. schussweite? ein junge aus sardinien übt auf seinem skateboard. friedafritz neben mir versucht ein gespräch. „was meinst du“ spricht er den jungen an „warum steht der panzer hier“. hoho gewagt naiver einstiegsversuch. es funktioniert. sie kommen ins plaudern. ich sehe zu. „als ich ihn gefragt hab, ob er glaubt, dass der panzer irgendwie gefährlich sei, meinte er nur, nöö, dafür sieht der irgendwie zu billig aus“ berichtet mir friedafritz danach grinsend. ich sitze inzwischen fast vertraut neben einer alten türkischen frau. sie erzählt ein bisschen. ich weiß nicht genau wovon. wir sehen in die gleiche richtung. richtung panzer. sehr verbindend. das mag ich irgendwie an festivals, plötzlich betrachtet man alles als wäre es kunst. (was immer das auch sein soll, aber der blick!) vor allem die anderen zusehenden. friedafritzquadrat (also wir) sprechen weder türkisch noch italienisch, geschweige denn katalanisch oder sardisch. friedafritz würde uns dafür gern ein armutszeugnis ausstellen. wem nicht. plötzlich passiert was. eine gruppe helfer_innen versucht den oberen teil des panzers mit körperkraft und seilzug in die höhe zu stemmen, das dach nach oben auszufahren, sodass im inneren der kriegsmaschine ein begehbarer hohlraum entsteht. gespannte armmuskeln pressen sich an panzerwände, die gesichter verzerren sich angestrengt. endlich. das ding steht. hoch aufgerichtet. langsam flockig setzt musik ein, swing. zwei girls mit käppchen und blousons verkaufen coke, budweiser, ice tea und hot dogs. es riecht nach wurst. und irgendwie blechern. prospekte werden ausgeteilt, stuhlreihen verrückt. es kann losgehen. the show must go on. schade irgendwie.

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