Konversion, 19.9

konversion, das thema des heutigen nachmittags, als  diskussionsrunde zwischen experten angelegt. konversion, aber auch ein thema für mannheim, im moment von allen die in der stadt leben und weiter leben wollen. am sonntag, den kommenden, können mannheimer bürger und bürgerinnen unter anderem auch über die bewerbung der stadt für die teilnahme an der bundesgartenschau, kurz buga, abstimmen. ein großes thema, birgt platz für die unterschiedlichsten ansichten und sorgen. unklar sind die folgen für die angebotenen wiesenflächen, besorgt die annahmen um deren erhaltungsmöglichkeiten, empört die auflehnungen gegen privatisierungsmaßnahmen und zu erwartenden eintrittsgelder für die ehemals mannheimisch-öffentlichen gelände.

unter diesen umständen scheint das thema brisant. eine interessante irritation vielleicht auch der ort, an dem das stattfindet: ein panzer. die nun freigewordenen flächen sind ehemalig amerikanische überbleibsel, warum nicht auch die weiteren diskussionen um mögliche umnutzungen in erstmals unerwartete brachstände führen?

ähnlich lautet auch die argumentation des redners für das angerollte raumlabor berlin: dass städte (oder deren flächennutzungen) in denen wir leben, oftmals theoretisch nicht so sein müssten wie sie sind. dass durch teilweise irrwitzige angebote der versuch gemacht werden soll, utopien anzudenken,die vielleicht nicht utopisch bleiben müssen. sich einfach nur zu weit von gewohnten möglichkeitsmustern entfernen. der panzer als angebot zum übermut. als  bewusst brüske annäherung also. auch von den anderen gesprächsteilnehmern (nein, ich muss hier nicht gendern, das waren tatsächlich nur männer) wird schnell ein einwohnerisches selbstverständnis, das als gegeben hinnimmt,was als gegeben erscheint, als schwierigkeit für wandel oder die erprobung neuer nutzungsmöglichkeiten enttarnt. die routinen der behörden, in „gelebter langeweile“ stagnierend werden  von den redndern als hemmnis für das wunder der wagnis empfunden.

der aufbau des panzers ist als versuch zum aufbau eines zwischenraumes (eine mögliche der viel zitierten warmen spuren des kalten krieges) mit temporären mitteln in momenten der veränderung der stadt gedacht. dessen verschwinden nach drei tagen hoffentich fragen provoziert. wie könnte dieser platz hier sonst noch genutz werden? ist die momentane verwendung befriedigend? nein? was gäbe es noch…

ob dieser eröffnete zwischenraum auch diese anstöße in die so oft besprochene öffentlichkeit (was immer das auch sein soll) bringen kann, bleibt vage. ob der panzer den nimbus einer gelungenen irritation durchdringt: ebenfalls offen. die diskussion blieb innerhalb der dunstglocke der fünfeinhalb männer, die in einem silberglänzendem panzer saßen. am gleichen tag fand in mannheim eine bürger_innenforum statt, das die anliegen der öffenltichkeit in sachen buga debattierte, menschen, die keine plätze mehr ergatterten,saßen auf den stufen des saales, die stimmung, so wird berichtet, war erhitzt. vielleicht müsste man tatsächlich noch die rädchen des panzers ein bisschen schmieren, oder auf ein wendigeres verkehrsmittel setzen um vorsichtig und noch direkter auch die bereiche anzusteuern, wo die besprochenen themen ebenfalls ein thema sind. schwenkt die panzerrohre richtung öffentlichkeit! (friedafritz bleiben hoffnungsvoll gespannt.)

 

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