Freitag

Diesmal bin ich früh.

Früh und alleine mit der Reis bemalenden Performerin.

Sie ist bestens gelaunt und hat große Lust sich zu unterhalten.

Komme gerade vom Nachdenken und Schreiben und beginne mit Cath über ihren Reis zu philosophieren.

Was ich mir vorher zusammengereimt habe, war Unsinn.

Cath redet von chinesischer Philosophie, von Ying und Yang, von Balance.

Von der Aufgabe für Gleichgewicht zu sorgen.

Dabei bemalen wir fleißig.

Wir betrachten uns den Reis, reden über Zusammenarbeit.

Über mehr Balance, sie scheint nur in unseren Köpfen zu existieren.

Nach einer halben Stunde schauen wir beide längere Zeit resigniert in die Schüssel mit dem wenigen schwarzen Reis.

Wir haben herausgefunden, dass es eigentlich sinnlos ist.

Gleichgewicht kommt nicht durch Reis.

Caths Meditation ist für sie, sie bleibt bei sich selbst.

Wir schauen von unserer Resignation auf, müssen beide lachen über die neue Losgelöstheit, die das Erkennen der gewissen Sinnlosigkeit bedeutet.

Cath spricht von nun an freier mit mir.

Sie unterbricht sogar ihre endlose Arbeit um mit ihren Hände ihre Worte zu unterstreichen.

Wir reden viel über Kunstszenen in Europa und Kanada im Vergleich.

Cath muss immer wieder lachen, wenn sie daran denkt wie undenkbar es sei in Kanada auf einem Festival mit Visual Artists wie ihr, gleichzeitig eine Konzert-Performance wie Jacob Wren zu sehen.

Wir freuen uns für zwei Stunden in ein isoliertes Universum aus Reiskörnern.

Black. White. Who cares.

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