Traum

V. TRAUM

Die Operation mit dem Wort “Traum” verweist auf die verschiedenen Umgänge damit. Seit Freud  ist die Beschäftigung mit Träumen (auch) psychoanalytisch konnotiert, sie bilden ja sogar Material für die Analyse, als Ausdruck des Unbewussten. Gleichzeitig gelten Träume im Sinne von Utopien,  Wünschen, Sehnsüchten als positiv zu erreichende Ziele.

(Da ich mein Unbewusstes nur durch ein Außen erfahren kann, braucht es, will ich es künstlerisch verarbeiten, den Psychoanalytiker, den Zuschauer – und zwar nicht nach oder während der Aufführung sondern davor.)

“laute Träume” – sind das also erzählte Träume in der Analyse mit Freud im Rücken? Träume als etwas, was wir eigentlich nicht mit allen teilen wollen? Wenn ja, dann ist das laute Träumen ganz schön viel verlangt! Aber vielleicht bezieht sich das “laut” auch einfach auf die Transformation in ein vermittelndes Medium, wie Sprache. Ein Traum an sich ist ja ziemlich still [also IM Traum kann es auch ziemlich laut werden, oder?] [aber akustisch wahrnehmbar? also mit deinen Ohren?] [I have no idea… Irgendwer hat auch mal behauptet, Träume seien immer in schwarzweiß…] [was ja völliger Schwachsinn ist – in meiner Erfahrung zumindest, ist ja vielleicht auch bei jedem unterschiedlich] [also bei mir isses bunt…] [vielleicht war der farbenblind], also rein akustisch gesehen.

Aber die Frage ist dann ja, ob eine imaginierte / geträumte Sinneswahrnehmung eine wirkliche ist, oder was anderes?

Vermutlich sind in dem Motto also, und so steht es auch in Hintergrundtexten, wohl eher die utopisch gemeinten Träume aufgerufen.

(Wie Träumen eigentlich blinde und/oder taube Menschen?)

WAS SIND LAUTE TRÄUME; WARUM WILL MAN DIESE HÖREN, ZEIGEN?

Zeigen die Künstler denn überhaupt laute Träume oder wird ihnen dieses Motto oktroyiert?
Und wer träumt denn da eigentlich laut? Ist das eine Aufforderung an uns?

was heißt das, “laut träumen”:
– sind träume der 1. schritt zu veränderung, zur innovation?
– sind träume verarbeitung vom erlebten?
– haben die kunstschaffenden damit einen auftrag: etwas ‘neues’ zu denken, veränderung anzustoßen?
– und: warum müssen sie das eigentlich immer?
– wird der traum damit zu einem politischen mittel – “I have a dream”-mäßig?
– ist es [was eigentlich genau?] nicht nur eine romantische verklärung, die alles so ein bisschen seicht und einfach macht – sollte es nicht lieber: rebellion sein – oder ist das letztendlich ehrlicher, von träumen zu sprechen, weil es den wirklichen aufstand durch und in der kunst ja so nicht geben wird?
– wie wird damit von den jeweiligen kunstschaffenden umgegangen? was sind die hoffnungen und erwartungen der kunstschaffenden an ihren auftritt auf einem solchen festival?

Wie verknüpft sich binnen eines Zeitraums ein Kunstraum mit dem Stadtraum und wird zum Traumraum?

Ist Realität das Gegenteil von Traum?

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Ein Gedanke zu „Traum

  1. das heißt: wenn ich laut träume (im sinne von versprachlichen, in ein medium packen), dann ist das immer eine verarbeitung von etwas, was ich schon mal erlebt habe. das wiederum kann von anderen als vision oder utopie oder psychoanalyse oder was auch immer verstanden werden. ich kann aber nicht den prozess des träumens „laut machen“ (also nach außen kehren, in eine Form bringen), zumindest nicht bewusst. ich kann mich nicht innerhalb eines kunstwerkes in den prozess des träumens hinein begeben, sondern mich höchstens mit anderen darüber austauschen, was mal geträumt wurde. deshalb ist das festivalmotto auch in vergangenheit und kein imperativ?!

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