Langsam naht die Anastrophe

1.Vorurteile!

Selbstbefragung und Quatsch

Was soll der vielbeschworene Möglichkeitsraum, der hier erschaffen wird? Von wem denn? Die werden dafür bezahlt, etwas zu behaupten und sind danach weg! Die fallen doch einer Verwertungslogik anheim. Ist doch klar, dass die Stadt nicht die Katze im Sack kauft. Wie langfristig ist das hier? Wessen Erfahrung gestalten diese Erfahrungsgestalter hier eigentlich? Hauptsächlich ihre eigene? Was ist mit diesem vielbeschworenen Nachhaltigkeitswunsch? Nichtmehr Objekt aber prozessorientiert – was kommt dann dabei raus? Das, was ich sehe, ist schon gar nicht mehr das, was zählt! Ist die Frage hier nicht: Wer hat den längsten Atem? Wer hält am längsten durch? Nur die abgehärteten und widerstandsfähigen Pflanzen werden ins Freie gesetzt.

Erstmal möchte ich mich herzlich für die Fragen bedanken.                                                 Danke an alle, die versucht haben, mir zu helfen. Vielleicht kann ich euch ja bei Gelegenheit auch mal einen Stein in den Garten werfen.“                                                                                    Was ich mir erhoffe: eine Logik der Ansteckung über den Subjektfetischismus hinaus.

2. Leben am Beet

„Euer Angebot nehme ich sehr gerne an. Ich hoffe, ich kann Euch auch mal einen Stein in den Garten schmeißen!“

Auf den manipulated bikes mit wehendem Multi-Senso Tuch durch Mannheim. Am Neckar entlang. Ausflugsschiffe, gelber RiesenLKW mit unangenehmem Wendekreis (der echte Panzer), Fitness/Sauna/Kampfsport-Anlagen in der Peripherie. Ankunft bei den Gartenfreunden AU E.V. Hier wo andere Menschen Urlaub machen, waren AG AST zwei Wochen bei, und vor allem nah an der Arbeit, direkt am Radieschenbeet sozusagen. Egal was die Zukunft bringt, ob BUGA, ob Schnellstraßen, Katastrophen – die Arbeit ist hier. Und jetzt sind wir auch schon an Dieter Gozdziks Parzelle – Nr. 108. Ein Kleingärtneralptraum! Unordnung! Wildwuchs! Dreck! Wir fühlen uns jedoch sichtlich wohl. Ringsum abgezäunt die ordentlich angelegten Gärten. Die gehören gehegt und gepflegt – auch wenn die Erholung dabei vielleicht manchmal zu kurz kommt. Dafür kommt dann so was bei ‚raus wie ein überdimensionaler, preisverdächtiger Riesenkürbis. Der zweite Vorsitzende der Gartenfreunde säumt seinen Weg ins Gartenglück mit prachtvollen Blumenarrangements, im ausgeschriebenen Freiwuchsbeet (FWB) sei es selbst den Unkräutern gestattet sich auszutoben. Naja.

Bei Dieter bekommen wir dafür ganz andere wundersame Sachen zu sehen/hören/schmecken/fühlen usw.

Geboten werden z.B. :

  1. selbstgebrannter Schnaps (die Maische aus vereinseigenem Fallobst, der Renner an der Bar im zeitraumexit, Geheimcode: 108, erst fruchtig dann spritzig)
  2. Kohl-Shots (meine Erkältung schlägt schlagartig in Erkenntnis um, wir erfreuen uns bester Gesundheit und hören Songs im Radio)
  3. Wasserkunst und Wasserspaß (eine wasserspeiende Blume führt sich auf und klingt sich aus, die Multi-Senso Tücher halten uns trocken und warm)
  4. Klanginstallation (gibt den Maulwürfen ein gutes Gefühl und bringt sie hoffentlich zurück)
  5. Duftfahnen (garteneigene Steine, Erde, Gras zum Sprühen)
  6. Tattoos! (s.h. z.B Bettinas coole Kohlrabi aufm Arm, hab leider keins)

und und und und und und und (die Liste könnte noch endlos weiter gehen)

Hat die AG AST hier das Problem an der Wurzel gepackt? Ist ja auch egal, was sie gepackt haben. Wenn nichts versprochen ist, kann alles erreicht werden! Und klar ist das eine politische Aktion. Politisch von innen heraus – im Sinne einer inneren Gartenshow. Mit gesammelten Vorurteilen im Magen – konnte ich mit meinen „Warums?“ keinen Blumentopf gewinnen. Wir schütten einen 108er nach und radeln zu den für manche enttäuschenden beautiful boys.

Kommentar:

Die Frage nach der Langatmigkeit eines Gartenarbeit-Projekts wie das der AG AST stellt sich gar nicht. Kleingärtner haben Geduld. Das brauchen sie auch, denn Gutes braucht Zeit. Das eint uns alle hier: Dieter, den zweiten (und bestimmt auch ersten) Vorsitzenden, die Leute von der AG AST, die Besucher, dich und mich.

„Vielen herzlichen Dank, und ich werde das nicht so schnell vergessen. Wenn ich Gelegenheit habe, werfe ich euch auch mal einen Stein in den Garten!“

3. Leben mit der Schaufel in der Hand (folgt in Kürze)

….

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